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Wir haben unser vor einem halben Jahr erschienenes Album remixen lassen und HYBRID getauft. "Zwischen Aphex Twin, Justice, Air und Deichkind" lautete die grobe Marschrichtung, die freilich alle elektronischen Wege offen ließ. Neben einigen befreundeten Kollegen konnten wir auch Blanali Cruz aus Columbien, der in seiner Heimatstadt Bogota als Minimal-Tech-Gottheit verehrt wird, gewinnen. Außerdem war auf der zweiten Seite noch Platz für ein neues Stück mit dem Titel "Treibgut", das wir intern für unser bisher "rundestes" Lied halten. (Hubert Weinheimer)
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Wir haben unser vor einem halben Jahr erschienenes Album remixen lassen und HYBRID getauft. Das war in vielerleih Hinsicht notwendig. Zum einen lag der Reiz des Unternehmens in einer zunächst aussichtlosen Aufgabenstellung: Da wir unser Album live in einem Wohnzimmer
aufgenommen haben, gab es keine getrennten Spuren in dem Sinn. Auf der Stimme ist Schlagzeug, auf dem Cello ist Gitarre usw. Wir wußten damit von vorn herein, daß die Remixer ebenfalls das Pferd von hinten aufzäumen mußten und daß das Ergebnis also definitiv anders ausfallen würde, als man das von einer anderen remix-EP gewohnt ist. Anders formuliert: einen fetten Beat darunter zu legen würde weder reichen noch funktionieren. Schon allein deshalb nicht, weil kein einziges Lied mit Clicks eingespielt wurde. Zum anderen war es insofern naheliegend, als unser Labelchef Erdem Tunakan sich bekanntermaßen über viele Jahre um die österreichische Elektroszene verdient gemacht hat. Wir haben in dem Jahr, das wir nun zusammenarbeiten viel über etwaige Schnittmengen zwischen der akustischen Musik und der digitalen Komposition
Ausschau gehalten und sind kaum fündig geworden. Das ist ein Terrain das (abgesehen von Landscape Izumas Remixplatte, die zur selben Zeit entstanden ist und wohl auch einem ähnlichen Zeitgeist entspringt) bisher weitgehend vernachlässigt wurde. Drittens ging es auch um eine allgemeine Verortung des Begriffs "Lied". Als ich vor einem halben Jahr ein flammendes internes Manifest für die Remixer geschrieben habe, habe ich dazu aufgerufen, die Lieder bis an die Knochen abzuschaben und völlig neu einzukleiden und habe das Feld denkbar breit abgesteckt: "zwischen Aphex Twin, Justice, Air und Deichkind" lautete die grobe Marschrichtung, die freilich alle elektronischen Wege offen ließ. Neben einigen befreundeten Kollegen konnten wir auch Blanali Cruz aus Columbien, der in seiner Heimatstadt Bogota als Minimal-Tech-Gottheit verehrt wird, gewinnen. Außerdem war auf der zweiten Seite noch Platz für ein neues Stück mit dem Titel "Treibgut", das wir intern für unser bisher "rundestes" Lied halten.
(Hubert Weinheimer)
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