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Es war es nur eine Frage der Zeit, dass sich das Vienna Art Orchestra der Musik der Wiener Strauß-Familie annehmen würde. Nun liegt Vol. 2 dieses international erfolgreichen Projektes vor. "Laune machende Big-Band-Musik erklang da. Doch ein Schuft, wer da sagt, die Überraschung, dass Straußche Weisen treffliche Jazzorchestervorlagen abgeben können, verfange bei ihm nicht, da er die elegant swingende Strauß-Jazz-Akkulturationen der Clarke-Boland-Big-Band mit Karl Drevo aus den sechziger Jahren noch im Ohr habe. Schließlich sind die Solisten hier mit Michel Portal an der Klarinette, Wolfgang Puschnigg am Altsaxofon und Bertl Mayer an der Mundharmonika auch nicht von Pappe."
Rondo.de
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Am 1.Januar 2000 spielte das Vienna Art Orchestra in den legendären und mittlerweile abgebrannten Sophiensälen zum ersten Mal ein komplettes Straussprogramm, das von der Stadt Wien in Auftrag gegeben wurde. Die Wiener Philharmoniker waren so hilfsbereit, uns ihr bestgehütetes Geheimnis, nämlich das Programm, bereits im Sommer zukommen zu lassen. Nur so war es möglich, dass wir am Abend des ersten Januar 2000 exakt dieselben Stücke wie die Philharmoniker bei ihrer berühmten Matinee spielen konnten. Als ich mir das straußsche Notenmaterial damals durchschaute, beschloss ich, mich nicht zu weit vom Original zu entfernen, alle Stücke Takt für Takt zu arrangieren und die Formen beizubehalten, um so möglichst nah beim Charakter dieser einmaligen Musik zu bleiben. Wobei mir nicht verborgen blieb, dass bei Strauss bereits alle Merkmale der Unterhaltungsmusik des 20.Jahrhunderts vorweggenommen wurden. So finden sich u.a. in den Polkas bereits Rhythm-Changes, mit denen Gershwin einige Jahrzehnte später Furore machen sollte. Ein weiterer Grund, der für die Umsetzung durch eine Jazzformation sprach, ist die historische Tatsache, dass Johann Strauss all seine Kompositionen mit einem Kammer- und nicht mit einem Symphonieorchester umgesetzt hatte, wobei die Themen immer solistisch und nie chorisch dargeboten wurden. So entschied ich mich, die Themen ausschließlich von Solisten spielen zu lassen, wobei über die Wiederholung jeweils improvisiert wird. Weiters habe ich alle, in den Partituren angedeuteten oder versteckten Querbezüge zur heutigen Unterhaltungs-musik reichlich ausgekostet. Und so entstand ein farbenfrohes Werk, das den Musikern wegen des großen Umfanges, der vielen Noten und der dauernden stilistischen Wechsel einiges abverlangt. Doch gerade das Vienna Art Orchestra ist wegen seiner "wienerischen? Solisten prädestiniert, diese einmalige Wiener Musik der Jazzwelt - samt ihren Vorurteilen Strauss gegenüber näher zu bringen. Deswegen beschlossen wir, "All that Strauss" auch weiterhin zu Silvester und Neujahr im Porgy und Bess, diesem wunderbaren Jazzetablissement zu wiederholen, wobei jedes Jahr neue Stücke und Überraschungsgäste dazukommen.
mathias rüegg
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