Zehn Jahre Burgtheater in herausragenden Aufführungen auf 15 DVDs - das kann nur eine subjektive Auswahl sein. Ein deutlicher Schwerpunkt ist, wie es sich für das Nationaltheater unseres Landes ziemt, österreichische Literatur in zeitgenössischen Aufführungen. Hier sei besonders auf neue Wege der Nestroy-Rezeption hingewiesen und auf "Das Werk", mit dem die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek den Boykott gegen das eigene Land aufhob. weiterlesen
Den skeptischen Humanisten hat Martin Kusej in Franz Grillparzer wieder entdeckt. In einer spektakulären Inszenierung am Burgtheater wird aus der Moralkomödie "Weh dem, der lügt!" das Drama der Gewaltbereitschaft des zivilisierten Europa. Der Standa weiterlesen
"Cyrano von Bergerac" ist ein Gefühlsreißer. Das Stück ist für das Theater von der gleichen Unsterblichkeit wie "Casablanca" für das Kino. Oder "Vom Winde verweht".Oberösterreichische Na weiterlesen
Im Zentrum der Aufführung steht das ungleiche Paar: Der schüchterne, knabenhafte Weltverbesserer-Träumer Rosmer (Gert Voss) und die geheimnisvolle Frau vom Meer, Rebekka (Angela Winkler), die mit all ihren Künsten, all ihrer Kraft nicht sich selbst die Erfüllung zaubern kann, nach der sie sich sehnt. weiterlesen
Eine vitale, alle möglichen Assoziationen hellwach aufgreifende Inszenierung und aus allen Tiefen des Menschseins geschöpfte Kreaturen, denen das Burgensemble gespenstische Präsenz verleiht. [.] In der blutigen gegenreformatorischen Vertreibung der Protestanten aus dem Österreich des 16./17. Jahrhunderts lässt Kusej den Holocaust und auch die menschliche Hässlichkeit der neueren österreichischen Ausländerpolitik anklingen. weiterlesen
"Die unpossierliche Posse "Der Zerrissene" stammt aus dem abgründigen Biedermeier. Das ist zeitlos wie des Dichters Sprachwitz. Lange aber sah man hier keinen so ungemütlichen, keinen so heutigen Nestroy. Die Hauptfigur: der reiche Herr von Lips. Lebensekel und Misanthropie machen ihn klarsichtig. Karlheinz Hackl gelingt die faszinierende Psychostudie eines Weltschmerzensmanns. weiterlesen
Die österreichische Erstaufführung am Burgtheater wird zur wahren Uraufführung. Dieses Stück gehört (nach) Wien wie wenig andere Thomas Bernhards. Die Gesellschaft der Stadt hat sich seine herzlichste Abneigung redlich verdient. Im komödiantischen Höllensturz errichtete Bernhard ihr ein Denkmal von zeitlosem Bestand, denn auch alle Unlust will Ewigkeit. weiterlesen
Andrea Breth erzählt "Emilia Galotti" nicht mit düsterer Tragödien-Schwere, sondern hinreißend leicht und licht und klar, mit wunderbaren Schauspielern, die Lessings Text sprechen, als sei er von Feydeau. Nicht das Trauerspiel ist es, das die Regisseurin betont, sondern das, was auch noch darin steckt: weiterlesen
Regisseur Nicolas Stemann hat aus dem Textmonstrum über den Staudammbau bei Kaprun, aus der Suada über Natur, Technik, Größen¬wahn und Ausbeutung ein sarkastisches Stück über das frischfröhliche Weiterleben gemacht - eine tragikomische Jelinek-Show, auch Sprach-Revue. Stemann erzeugt Energie mit der Naturgewalt Jelinek. weiterlesen
So glamourös kann Macht sein: Philipp, stolzer König von Spanien, herrscht zwar über ein Reich, in dem die Sonne niemals untergeht, aber er regiert und lebt in einem Bürogebäude, das trostloser und heruntergekommener nicht sein könnte: ein kaltes Glaslabyrinth, so bizarr wie in einem Kafka-Roman, so unheimlich wie in Kubricks "Shining". weiterlesen