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Mag die Musikstadt Linz in der (medialen) Wahrnehmung weithin als Stadt von Underground-Sounds und HipHop verankert sein beweisen TACHELESS mit ihrem stimmigen Debüt, dass substantielle, relevante Sounds sich hier auch aus ganz anderen Quellen speisen. TACHELESS bewegen sich dabei wie traumwandlerisch zwischen Pop, Jazz, Funk oder Rock - ohne je beliebig zu werden. Die resultierende Musik spannt spielerisch ihre Bögen, entfaltet ein erstaunliches Repertoire an Stimmungen und Emotionen, kann einen Moment burlesk verspielt sein, um im nächsten ruppig-fordernd zuzupacken, kontrastiert eine schlicht schöne Gesangs-Melodie mit einem verspielt-schrägen Gitarrenpart - ein Besuch im "Cinéma Selon 1" zahlt sich aus, nicht nur einmal!
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Im Debüt-Album der Linzer Band TACHELESS steckt eine Menge drinnen. Darauf deutet schon der Bandname hin, der sich vom jiddischen "tachles" herleitet. Nicht zuletzt steckt eine Menge Zeit in diesem Album, Zeit, die Bassist und Songwriter Florian Neumann mit seinen Liedern, mit seiner Musik verbracht hat und der Frage - "wie kann ich das landen lassen?". Eine Antwort darauf ist die aktuelle, sechsköpfige Besetzung von TACHELESS. Seit 2008 spielt die Band in dieser Konstellation zusammen und hat gemeinsam die 11 Songs von "Cinéma Selon 1" so ausgearbeitet, dass die Liedersammlung, die im Herbst 2010 auf Manuel Normal Records veröffentlicht wird ein präzises, dabei vielfältiges musikalisches Statement geworden ist. Aus dem 25-Song Liverepertoire der Band destilliert wurde "Cinéma Selon 1" im am Linzer Pöstlingberg gelegenen Goon Studio aufgenommen. Mit einer Spielzeit, die bei der klassischer Vinyl-Alben zu liegen kommt ist es ein Album, das - zu einer Zeit, in der gerne das Ende des Albums herbeigeschrieben wird - in seiner Gesamtheit, in seiner Ganzheit überzeugt. Das einen, bei dringend empfohlenen repeated listenings gerade zu einspinnt. Vom Opener "Day Off" mit seinem Aufsteh-Szenario with a little twist ("I get up every morning/wash my face/wash my face and shave my pussy/a cup of coffee .") über das "Herzstück" "No. 1" bis hin zum abschliessenden "Glimpse Of Winter" erzählen TACHELESS ihre Geschichten. Die von den musikalischen Ambitionen dieser Band, die mit ihren beiden Sängerinnen Sina V. Heiss und Kathrin I. Winkelbauer, den Gitarristen Johannes Grüner und Christoph Roithner, Schlagzeuger René Pichler und Florian an den 4 Saiten aus den weitreichenden spielerischen und stimmlichen Möglichkeiten der Beteiligen den Bandsound schöpft. Ein Sound, bei dem instrumentales Können und Wollen zu seinem Recht kommt ohne den Songs, dem Material in die Quere zu kommen. TACHELESS bewegen sich dabei wie traumwandlerisch zwischen Pop, Jazz, Funk oder Rock - ohne je beliebig zu werden.
Die Geschichte des Songwriters Florian Neumann, der dadurch, dass seine Lyrics von zwei Frauen interpretiert werden noch focusierter schreibt und dessen Texte, die sich nicht selten um elementare Erfahrungen (nicht ohne Selbstironie) drehen so zusätzliche Ebenen bekommen. Mit (grossen!) Referenzen wie Elvis Costello ("der Wille!)", Randy Newman ("die Cleverness"!) oder Tom Waits ("die Inszenierung") und der Antwort "Beatles!" auf die ewige Frage "Beatles oder Stones" kommen Neumann´s Songs bei sich selber an, finden sie im Verband von TACHELESS ihre gültige, zwingende Ausformung. Klingt das jetzt verkopft dann sei versichert, dass TACHELESS ganz unmittelbar und ohne Metaebenen zu genießen sind, so wie ihre Konzerte weit mehr ausgewachsenes Rockkonzert als andächtige Jazz-Soiree sind, Tanzen als Reaktion auf diese Musik noch mehr bringt als das museale Bewundern des Gebotenen. So wie die englische Sprache dieser Musik gut steht finden ZuhörerInnen, die sich auf "Cinéma Selon 1" einlassen vieles zum Decodieren, lyrische und musikalische Ebenen, die lustvoll eingezogen wurden - wenn sie denn wollen!
Davon unabhängig zielen Songs wie das neckische "She´s Her Own" oder "Due To You" ungeniert auf die Tanzbeine, während "Dreams Of The Sun" das Kunststück zuwege bringt, ohne Popklischees zu bemühen seinen eigenen, träumerischen Pop-Appeal zu entwickeln, während "Ending River" sich einen verblüffenden Reim auf Americana a la Paul Simon oder Bruce Springsteen macht ohne notwendigerweise deren Stil-Trademarks zu bemühen. Mag die Musikstadt Linz in der (medialen) Wahrnehmung weithin als Stadt von Underground-Sounds und HipHop verankert sein beweisen TACHELESS mit ihrem stimmigen Debüt, dass substantielle, relevante Sounds sich hier auch aus ganz anderen Quellen speisen. Die resultierende Musik spannt spielerisch ihre Bögen, entfaltet ein erstaunliches Repertoire an Stimmungen und Emotionen, kann einen Moment burlesk verspielt sein, um im nächsten ruppig-fordernd zuzupacken, kontrastiert eine schlicht schöne Gesangs-Melodie mit einem verspielt-schrägen Gitarrenpart - ein Besuch im "Cinéma Selon 1" zahlt sich aus, nicht nur einmal!
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